Medizinische Fakultät
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Core Facilities

Ein großer Teil medizinischer Spitzenforschung ist auf modernste Technik angewiesen. Ebenso wichtig ist Erfahrung in der Bedienung solcher Großgeräte und Expertise in der Auswertung und Interpretation der gewonnenen Daten. An der Medizinischen Fakultät werden eine Vielzahl Großgeräte betrieben, die anteilig oder ganz der Forschung dienen. Forschende Mediziner, Biologen, Chemiker, Bioinformatiker und Techniker nutzen diese Geräte.

Damit die Geräte optimal ausgelastet werden und auch kleineren Arbeitsgruppen für einzelne Fragestellungen zur Verfügung stehen, die alleine kein Großgerät beantragen, auslasten oder betreiben könnten, sind die Großgeräte in sogenannten 'Core Facilities' oder 'Gerätezentren' vernetzt. Dies dient der Bündelung nicht nur der Ressourcen, sondern auch des Know How. Eine solche Vernetzung kann ganz praktisch darin bestehen, dass mehrere Großgeräte im gleichen Raum von den gleichen Technikern betrieben werden. Ein Teil der Forschungsinfrastruktur wird sogar von Klinikum oder Hochschule zentral betrieben und finanziert. Es ist aber auch möglich, dass Einrichtungen freie Kapazitäten an ihrem eigenen Gerät anderen Arbeitsgruppen im Rahmen wissenschaftlicher Kooperationen zur Verfügung stellen. Dafür verwaltet die Fakultät laufend aktualisierte Listen der Großgeräte mit Ansprechpartnern, eine Übersicht über die Standorte und eine Sammlung der Nutzerordnungen der jeweiligen Core Facilities. Weitere Informationen zu den Core Facilities finden Mitarbeiter im internen Forschungsportal. Externe Interessenten wenden sich bitte an die unter Kontakt genannten Ansprechpartner im Forschungsdekanat.

Im folgenden sind einige Klassen von Großgeräten - und vernetzbare Forschungsinfrastrukturen im weiteren Sinne - exemplarisch aufgeführt und erläutert:

Sequencing

Nicht einmal in der Computer-Technologie verläuft der Fortschritt so rasant wie im Bereich des Sequencing. Kostete die Entschlüsselung des ersten menschlichen Genoms noch Milliarden und dauerte Jahre, so liefern heute handelsübliche Sequenzer fast automatisch und parallel eine ganze Anzahl von Sequenzen - zum Preis eines aufwendigeren MRTs. Umso wichtiger ist es daher für eine große Forschungseinrichtung, von den Vorteilen der neuen Gerätegenerationen zu profitieren, aber auch das aufgebaute Know-How durch die Technologiezyklen zu bewahren.

Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät können Sequenzierungen an verschiedenen Einrichtungen durchführen. Hierzu zählen unter anderem das Laboratory for Functional Genome Analysis (LAFUGA) am Genzentrum der Ludwig-Maximilians-Universität, die Platform for Rare Diseases Sequencing (PaRaDiSe) der Kinderklinik und Kinderpoliklinik im Dr. von Hauner'schen Kinderspital und die Munich Sequencing Alliance, eine gemeinsame Sequenzierplattform des Helmholtz Zentrums München (HMGU), der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU), der Technischen Universität München (TUM) und des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie (MPI).

Durchflusszytometrie

Die Durchflusszytometrie bildet eine Standardmethode in der biomedizinischen Forschung. Mit vielfarbigem Laserlicht können gleichzeitig verschiedene Eigenschaften einer Zelle erfasst werden. Einige Durchflusszytometer können die analysierten Zellen sortieren, so dass mit den Zellen eines bestimmten Typs anschließend separat weitergearbeitet werden kann. Hier spricht man auch von präparativen Zellsortern oder FACS-Geräten.

Geräte der Durchlusszytometrie finden interessierte Wissenschaftler unter anderem in den beiden Core Facilities für Durchflusszytometrie des Klinikums an den Standorten Großhadern und Innenstadt, in der Cell Sorting Core Facility des Instituts für Prophylaxe und Epidemiologie der Kreislaufkrankheiten (IPEK) und in der Core Facility Durchflusszytometrie des Biomedizinischen Centrums (BMC).

Massenspektrometrie

In einem Massenspektrometer werden die Inhaltsstoffe einer Probe aufgetrennt und nach ihrem spezifischen Molekulargewicht erkannt. So kann ohne aufwändige chemische Analysen die Zusammensetzung einer Probe sehr genau bestimmt und auf geringste Spuren bestimmter Stoffe untersucht werden. Möglichkeiten für die Nutzung der Massenspektrometer gibt es z. B. in den beiden Core Facilities für Massenspektrometrie des Klinikums an den Standorten Großhadern und Innenstadt sowie im Zentrallabor für Proteinanalytik des Biomedizinischen Centrums (BMC).

Imaging

Den Wissenschaftlern der Medizinischen Fakultät bieten sich umfangreiche Möglichkeiten im Bereich Imaging. Zu dem Angebot zählen beispielsweise die Intravital Imaging Core Facility des Institus für Prophylaxe und Epidemiologie der Kreislaufkrankheiten (IPEK), die Core Facility Bioimaging des Biomedizinischen Centrums (BMC) und das Center for Advanced Light Microscopy der Biologischen Fakultät der LMU.

Biobanken

Biobank-Plattformen sollen als Ressourcen- und Technologieplattformen Zugang zu Biomaterialen verschiedener Standorte ermöglichen. Eine einrichtungsübergreifende Biobank an der Medizinischen Fakultät befindet sich im Aufbau. Außerdem stellen die Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung zentral organisierte Biobank-Plattformen zur Verfügung.

Versuchstierhaltung

Als Core Facilities betriebene Versuchstierhaltungen erleichtern die Einhaltung von Hygienestandards und Tierschutzvorschriften und sichern höchste wissenschaftliche Standards. Neben einer Anzahl dezentraler Haltungen gibt es sowohl am Campus Innenstadt als auch am Campus Großhadern jeweils eine zentrale Versuchstierhaltung: die Zentrale Versuchstierhaltung Innenstadt (ZVH) und die Core Facility Animal Models (CAM) des Biomedizinischens Centrums (BMC).

Warum Tierversuche in der medizinischen Forschung immer noch benötigt werden, versucht die Seite www.tierversuche-verstehen.de zu erklären.