Medizinische Fakultät
print

Links und Funktionen

Navigationspfad


Inhaltsbereich

Rückblick und Impressionen

Am 15. November 2012 wurden im Rahmen eines Diskussions- und Informationasabends zum Thema "Rettungs-Reif? Eine Veranstaltung zu Flucht, Asyl & Medizinischer Versorgung von AslybewerberInnen in Bayern" verschiedene Aspekte der Flüchtlingspolitik und der medizinischen Versorgung in einer interaktiven Weise mit der Unterstützung von Experten aus verschiedenen Bereichen betrachtet und diskutiert.

Herr Tobias Klaus vom Bayerischen Flüchtlingsrat informierte über die Situation der rund 8.000 Flüchtlinge in Bayern. Diese sind verpflichtet, in Flüchtlingslagern in Gemeinschaftsunterkünften zu leben. Außerdem ist es ihnen untersagt, zu arbeiten oder eine Ausbildung zu machen. Herr Klaus betonte, dass die Integration von Flüchtlingen nicht erwünscht sei. Der unsichere Aufenthaltsstatus und die mangelnde Privatsphäre führten zu extremer psychischer Belastung. Eine medizinische Versorgung erhalten Flüchtlinge allerdings nur in akuten Fällen. Um einen Arzt aufzusuchen, müssen sie vorher einen Schein beim Sozialamt beantragen, da sie keine Krankenkassenkarte besitzen.

Herr Abtin Zeinali, seit Juli 2012 anerkannter Flüchtling aus dem Iran, berichtete von seinen Erlebnissen. Die anschauliche Schilderung seiner Flucht aufgrund politischer Verfolgung, seiner Ankunft in Deutschland und seiner Unterbringung in Flüchtlingslagern in Bayern war ein bewegender Einblick in sein persönliches Schicksal. Als ein entscheidendes Problem während seiner Zeit in den Flüchtlingslagern nannte Herr Zeinali u. a. die fehlende Möglichkeit Deutsch zu lernen.

Prof. Dr. August Stich der Missionsärztlichen Klinik Würzburg, der sich für die medizinische Versorgung von Migranten einsetzt, präsentierte seine Sichtweise zu deren medizinischen Situation. Gesetzlich ist festgelegt, dass Flüchtlinge nur in akuten Fällen einen Anspruch auf eine medizinische Behandlung haben. Prof. Stich erläuterte die Problematik, dass sich die medizinische Versorgung folglich nicht nach dem persönlichen Bedarf richte, sondern vielmehr instrumentalisiert werde. Bei der Behandlung von Flüchtlingen müssten außerdem deren unterschiedliche Konzepte von Krankheit und Gesundheit, die Kommunikationsprobleme und die Traumatisierungserlebnisse berücksichtigt werden. Am Beispiel der Missionsärztlichen Klinik in Würzburg zeigte Prof. Stich eine Möglichkeit zur Verbesserung der medizinischen Versorgung von Flüchtlingen auf.

Im Anschluss an die Berichte der drei Redner wurde eine Podiumsdiskussion eröffnet, die von Herrn Dr. Günter Fröschl moderiert wurde, und es bestand die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Es wurde u. a. auf Vorschläge zur konkreten Verbesserung der Flüchtlingspolitik, auf die Frage der Wirtschaftlichkeit, auf die Möglichkeit zu persönlichem Engagement und auf die Problematik des Positionierens im politischen System genauer eingegangen.

Im Rahmen eines „Markts der Möglichkeiten“ gab es nach der Diskussion die Möglichkeit, sich bei MitarbeitInnen verschiedener Organisationen der Flüchtlingshilfe über mögliches Engagement und Angebote zu informieren und weiter im kleineren Kreis über dieses Thema zu diskutieren.

Anbei finden Sie einige Bilder zur Veranstaltung.

hintergrund_kl

Rettungs-Reif? Eine Veranstaltung zu Flucht, Asyl & Medizinischer Versorgung von AslybewerberInnen in Bayern

fabian_hintergrund_kl

Fabian Jacobs begrüßt die Anwesenden im Namen von IMECU.

erik_neda_hintergrund_kl

Erik Gaitzsch und Neda Ghotbi führen in die Veranstaltung stellvertretend für Alexander Brand, Stella Huber und Kerstin Mannert ein.

referenten_kl

Unsere Gäste: Tobias Klaus, Günter Fröschl, Abtin Zeinali und August Stich (v.l.n.r.).

hoersaal_1_kl

Zur Veranstaltung kamen über 80 Interessierte.

hoersaal_2_kl

Es wurden viele Fragen gestellt.