Medizinische Fakultät
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Wechselvolle deutsch-türkische Beziehungen 1529-1933

Die ersten Berührungen der Türkei mit Mitteleuropa ab dem 16. Jahrhundert waren kriegerischer Natur. 1529 und 1683 belagerten osmanische Truppen die Kaiserstadt Wien, mussten sich danach aber zunehmend wieder aus dem Westen zurückziehen. Trotz der militärischen Auseinandersetzungen mit Völkern, die sich von der osmanischen Herrschaft befreien wollten, kam es von türkischer Seite zu einer zunehmenden kulturellen Annäherung. Zu den westlichen Militärberatern gehörte Helmuth von Moltke (1800-1891).

Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert nahm der Orienthandel einen Aufschwung. Das gegenseitige deutsch-türkische Interesse zeigte sich am Bau der Bagdad-Bahn, die von Haydarpasa am Ostufer des Bosporus ausging. Kaiser Wilhelm II. reiste persönlich 1898 nach Istanbul und soll vom Sultan, seinem Land und der türkischen Gastfreundschaft sehr beeindruckt gewesen sein. Ein von ihm gestifteter Brunnen in Istanbul erinnert noch heute an seinen Besuch. Mit der Übernahme zweier deutscher Seekreuzer trat die Türkei 1914 auf der Seite Deutschlands und Osterreich-Ungarns in den Ersten Weltkrieg ein.

Nach dem verlorenen Krieg erfolgte unter Kemal Mustafa Atatürk (1881-1938) eine tiefgreifende Umstrukturierung und Modernisierung des Landes, insbesondere zum Anschluss an den Westen in Technik und Wissenschaft. Nach Beginn der nationalsozialistischen Diktatur in Deutschland 1933 fanden viele Akademiker eine neue Heimat an den von Atatürk modernisierten Universitäten in Ankara und Istanbul. Einer der aus Deutschland vertriebenen Wissenschaftler war Erich Frank.