Medizinische Fakultät
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GBA neue Versorgungsformen - Child*M*FIRST: Entwicklungsbezogene, multimodale, interdisziplinäre Frühintervention im Rahmen eines Strukturierten Therapiekonzeptes für Kinder mit Migräne

  • Sprecher: Prof. Dr. Rüdiger von Kries
  • Einrichtung: Institut für Soziale Pädiatrie und Jugendmedizin
  • Förderung durch den Innovationsfonds: 2017 bis 2020

Immer häufiger leiden Kinder unter Kopfschmerzen. Bereits im Grundschulalter wird etwa bei jedem 75. Kind die Diagnose Migräne gestellt, die die betroffenen Kinder häufig ein Leben lang begleitet und negativ beeinträchtigt. Die Diagnostik und Versorgung von Kindern mit Migräne ist noch nicht hinreichend auf die spezifischen Belange dieser Zielgruppe zugeschnitten.

Das Projekt entwickelt und untersucht ein neues Versorgungskonzept, das die Lebensqualität und Langzeitprognose von Kindern mit Migräne verbessern soll. Kernelemente des Versorgungskonzeptes sind (1) eine standardisierte Migränediagnostik durch den Kinder- und Jugendarzt und (2) eine multimodale, interdisziplinäre Frühtherapie (FIRST). Den Kinder- und Jugendärzten werden zur Diagnostik spezifische Instrumente zur Verfügung gestellt, mit denen sie sowohl die Migräne-charakteristische Symptome als auch die psychologischen und sozialen Faktoren besser erfassen können. Kinder, bei denen Migräne diagnostiziert wurde, erhalten die Frühtherapie in einem Sozialpädiatrischen Zentrum (SPZ). Die Frühtherapie beinhaltet eine umfassende Diagnostik und Abgrenzung zu Kopfschmerzen, die andere Ursachen haben (z.B. Infektionen, Hirntumore). Es findet eine medizinische Therapie und eine kinderneurologische Beratung statt, die auch die Eltern einschließt. Zudem erhalten die Kinder physiotherapeutische Behandlungen. Darüber hinaus werden Untersuchungen durchgeführt, um psychische Belastungen zu bestimmen und diese zu behandeln. Im SPZ arbeiten Kinderärzte, Kinderneurologen, Psychologen und Physiotherapeuten eng zusammen.

Die Effektivität des neuen Versorgungskonzeptes wird im Vergleich zur Regelversorgung untersucht. Hierzu werden insbesondere folgende Parameter erhoben: Reduktion der Kopfschmerztage, Medikamenteneinnahme und Schulfehltage sowie Verbesserung der Lebensqualität. Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 2,7 Millionen Euro gefördert.

Im Erfolgsfall steht ein spezifisches, strukturiertes Versorgungskonzept zur Behandlung von Kindern mit Migräne zur Verfügung, welches in die bestehende Versorgungslandschaft übertragen werden kann.

Quelle: GBA Innovationsfonds