Medizinische Fakultät
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GRK 2338 - Toxikologische Zielstrukturen - Entschlüsselung therapeutischer Zielstrukturen in der Lungentoxikologie

  • Sprecher: Prof. Dr. Thomas Gudermann
  • Einrichtung: Walther-Straub-Institut für Pharmakologie und Toxikologie
  • Förderung: 2018 bis 2022

Giftige gasförmige Stoffe, die über die Atemwege aufgenommen werden, können in der Lunge erhebliche Schäden verursachen. Aufgrund der breiten chemischen Reaktivität dieser Stoffe, zu denen etwa Zigarettenrauch, Feinstaub, Dieselpartikel, reaktiver Sauerstoff und auch bestimmte Chemiewaffen gehören, galten die resultierenden Lungenschäden bisher als unspezifisch und nur symptomatisch behandelbar. Das von der DFG neu eingerichtete Graduiertenkolleg „Toxikologische Zielstrukturen – Entschlüsselung therapeutischer Zielstrukturen in der Lungentoxikologie“ soll nun neue Wege in der Toxikologie eröffnen: „Wir wollen die spezifischen Mechanismen aufklären, die zu Lungenschäden führen, und damit langfristig auch die Therapiemöglichkeiten verbessern“, sagt Professor Thomas Gudermann vom Walther-Straub-Institut für Pharmakologie und Toxikologie der LMU, der Sprecher des neuen Kollegs.

Seit Kurzem ist bekannt, dass die sogenannten toxischen inhalativen Schadstoffe (TIH) in der Lunge von spezifischen Rezeptormolekülen erkannt werden. Diese Rezeptoren aktivieren bestimmte Signalwege und lösen damit eine zelluläre Reaktion aus, die etwa zu Entzündungen oder Lungenfibrose führen kann. Ziel des neuen Graduiertenkollegs ist es, diese Mechanismen besser verstehen zu lernen. So sollen neue therapeutische Zielstrukturen bei akuten und chronischen toxischen Lungenschäden entschlüsselt werden. Für dieses innovative und methodisch anspruchsvolle Ziel arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus zahlreichen Fachgebieten im Bereich Life Science interdisziplinär zusammen. Beteiligt sind neben Arbeitsgruppen der LMU auch Teams von der Technischen Universität München (TUM), dem Helmholtz Zentrum München und dem Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Bundeswehr.

18 Doktorandenstellen sollen über das neue Graduiertenkolleg finanziert werden, 10 weitere Doktorandinnen und Doktoranden aus anderen Programmen werden ebenfalls an der neuen Ausbildung partizipieren können. „Das Programm richtet sich an hochtalentierte Absolventen der Lebenswissenschaften und der Medizin“, sagt Gudermann. Es bietet den Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern sowohl eine spezialisierte Ausbildung auf dem Gebiet der Lungenpathophysiologie als auch eine breite Ausbildung im Fach Toxikologie. Ein einzigartiger Vorteil des Qualifikationsprogramms ist ein internationales Netzwerk sowohl im akademischen als auch im industriellen Umfeld, das Praktika und Weiterbildungsmöglichkeiten bietet. Fernziel ist die Ausbildung hochqualifizierter, kompetenter Toxikologen, die Leitungspositionen an Universitäten, in der chemischen und pharmazeutischen Industrie und der öffentlichen Verwaltung einnehmen und die den gesellschaftlichen Herausforderungen durch die kontinuierliche Zunahme neuer Chemikalien gewachsen sind, heißt es in der Programmbeschreibung.

Quelle: Pressemitteilung LMU, (Text und Bild)