Medizinische Fakultät
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Medizin für die Gesellschaft

Angesichts der veränderten Altersstruktur, einer sich dramatisch wandelnden Arbeitswelt und des steten Zuwachses an neuen Technologien gewinnen gesundheitswissenschaftliche Fragen zunehmend an Bedeutung. Im Schwerpunkt „Medizin für die Gesellschaft“ arbeiten klinische und methodenorientierte Einrichtungen seit Jahren international vernetzt und mit hohem Erfolg zusammen. Der Schwerpunkt umfasst somit sowohl die Arbeits- und Umweltmedizin als auch die Rechtsmedizin, die Epidemiologie, die Biometrie, die Geschichte der Medizin, die Sozialpädiatrie und die Notfallmedizin beziehungsweise das Medizinmanagement. Zu den aktuellen Themen einer zukunftsorientierten Gesundheitsforschung gehören Fragen der Vorbeugung und der Versorgung insbesondere chronisch Kranker, der Umgang mit Krankheitsrisiken in der alternden Gesellschaft, die gesundheits-wissenschaftliche Genomforschung sowie die integrierte medizinische und ökonomische Evaluation im Zusammenhang mit klinischen Studien. Das Themengebiet reicht somit von der Untersuchung von Arzneimittelrückständen im Trinkwasser über Biomonitoring und alle Aspekte zur Verbesserung gesunder Ernährung bis hin zur Problematik der so genannten chinesischen Medizin und der Konkurrenz unterschiedlicher Heilsysteme (zum Beispiel Public Health). Die Aktivitäten in diesem Schwerpunkt führten unter anderem zur Gründung des Münchner Zentrums für Gesundheitswissenschaften, Versorgungsforschung und medizinische Informatik (ZGVI). In naher Zukunft soll zu den geschilderten sechs Schwerpunkten noch ein weiterer hinzukommen, und zwar die Alternsforschung. Biologisches Altern ist ein normales Phänomen von allen Lebewesen. Die biologischen Mechanismen, die das Altern bestimmen, sind bis heute weitgehend unerforscht. Aus medizinischer Sicht ist das Hauptziel der Alternsforschung die Gewinnung von Erkenntnissen, die zu einer möglichst langen Aufrechterhaltung der Gesundheit in der Altersphase und damit zu einer Verlängerung dieser Lebensspanne führen.

  • Zu viel frühes Protein - zu viel späteres Fett

    koletzko_berthold

    Übergewicht und Fettleibigkeit sind Massenphänomene – leider auch unter jungen Menschen. In Deutschland ist bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen unter 20 Jahren etwa jeder sechste übergewichtig, rund jeder zwanzigste leidet unter krankhafter Fettleibigkeit (Adipositas). Mit steigendem Gewicht erhöhen sich die Risiken für Folgekrankheiten wie Diabetes, Krebs und Herz-Kreislauf-Leiden. Studien der vergangenen Jahre zeigen inzwischen sehr eindrucksvoll, „dass die Ernährung in der Schwangerschaft und im frühen Kindesalter das spätere Risiko für Adipositas und Diabetes beeinflusst“. mehr

  • War König Ludwig II. eine Eule?

    merrow

    Mit einem urbayerischen Mythos hat sich Martha Merrow an der LMU eingeführt. Gewissermaßen standesgemäß. „Wussten Sie, dass König Ludwig II. Schlaf-Wach-Rhythmus komplett umgekehrt war?“, sagt sie, während ihre Augen aufblitzen“, „das ist so faszinierend.“ Seit Ende Mai 2012 leitet die Amerikanerin als Direktorin das Institut für Medizinische Psychologie und erforscht die molekularen und genetischen Grundlagen der inneren Uhr der Lebewesen, die fast alle Reaktionen und Funktionen innerhalb eines Tages rhythmisch schwingen lässt. mehr

  • Spontanabort

    thaler

    Es gibt Frauen, die zwar leicht schwanger werden, aber ihr Kind in den ersten drei bis vier Monaten verlieren. „Das gilt für etwa fünf Prozent der Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch“, sagt Prof. Christian Thaler vom Hormon- und Kinderwunschzentrum am Campus Großhadern. Warum sie unter solchen immer wiederkehrenden Spontanaborten leiden, bleibt selbst nach intensiver Untersuchung oft im Dunkeln. Allerdings hat Thaler zusammen mit seiner Mitarbeiterin Dr. Nina Rogenhofer zumindest eine Ursache des rätselhaften Phänomens gefunden: Manche der Frauen produzieren offenbar Abwehrstoffe (Antikörper) gegen den Mutterkuchen, den Trophoblasten. mehr

  • Gentherapie bei Retinitis pigmentosa

    stylianos

    Die Gentherapie hatte lange keinen guten Ruf: zu ineffektiv, zu große Nebenwirkungen. Einige Patienten sind sogar wegen der Behandlung an Krebs erkrankt und gestorben. Seitdem wussten die Forscher: Sie müssen zurück ins Labor und neue smarte wie sichere Verfahren entwickeln, damit der theoretisch bestechende Heilansatz auch praktisch einmal taugen würde. So auch Stylianos Michalakis vom Zentrum für Pharmaforschung der LMU. Zusammen mit Kollegen der Universität Tübingen hat er an „Retinitis pigmentosa“ erkrankte und deshalb nahezu blinde Mäuse zum Sehen gebracht. mehr

  • Vitreomakuläre Adhärenz

    kampik

    Immer wenn im Blut bestimmte Proteine abgebaut werden, ist unter anderem das Enzym Plasmin zuständig. Die Forschung hat die körpereigene Substanz leicht verändert, um sie stabil zu halten und mit einer definierten Dosis für die Therapie von Augenerkrankungen zu nutzen: der Glaskörperanhaftung an der Netzhaut, im Fachjargon vitreomakuläre Adhärenz genannt. Sie geht einher mit Symptomen der Sehverschlechterung. Eine Sonderform ist das Makulaforamen am Punkt des schärfsten Sehens in der Netzhaut. Genau dort ist die Retina durch die Glaskörperanhaftung dermaßen verzogen, dass ein scheinbares Loch entsteht. Dadurch verlieren die Patienten stark an Sehschärfe. mehr

  • Schlafes Molekül

    roenneberg

    Schlaf ist unerlässlich, um zu überleben – und die Schlafdauer ein wesentliches Element unseres nächtlichen Daseins. Dass sie individuell variiert, wissen viele. Dass äußere Faktoren diese Variation beeinflussen, ebenfalls. Dazu zählen die Jahreszeiten, der geografische Breitengrad sowie Alter und Geschlecht. Und dann ist da noch das individuelle genetische Make-Up in unseren Zellen. „Vermutlich mehrere dutzend Gene wirken auf die Schlafdauer ein“, sagt Prof. Till Roenneberg vom Zentrum für Chronobiologie an der Ludwig-Maximilians-Universität. mehr

  • Schlaganfall-Reha

    feddersen

    Alle neun Minuten stirbt in Deutschland ein Mensch an den Folgen eines Schlaganfall, und der Schlaganfall ist auch die häufigste Ursache von dauerhafter Behinderung. Die Prognose der Patienten lässt sich nach einer Studie an der Klinik für Neurologie des Klinikums der Universität München womöglich mit einem einfachen Mittel abschätzen: Wer in den Tagen nach einem schweren Schlaganfall seine Beine übereinander schlagen kann, hat deutlich bessere Überlebens- und Erholungschancen als Patienten, die dazu nicht in der Lage sind. mehr

  • Risiko Körperfett

    schneider

    Kaum jemand bezweifelt, dass auch Deutschland mitten im Zeitalter von Übergewicht und Fettleibigkeit steckt. Laut jüngsten Studien sind 75 Prozent aller deutschen Männer und fast 60 Prozent der Frauen übergewichtig, mehr als 50 Prozent der Männer und 23 Prozent der Frauen gar fettleibig. Doch „Der BMI spielt keine Rolle für das Schlaganfall-, Herzinfarkt- oder Todesrisiko eines Menschen“, betont Privat-Dozent Dr. Harald J. Schneider vom Universitätsklinikum München, Campus Innenstadt, nach einer neuen Studie, die er geleitet hat. Für derlei Risiko-Aussagen eignet sich viel besser der Wert, der sich ergibt, wenn man Taillenumfang durch Körpergröße teilt. mehr

  • Legasthenie

    schulte-körne

    Es ist die erste Studie dieser Art in der Erforschung der Lese-Rechtschreib-Schwäche – und die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie der Universität München hat sie geleitet. Das in 2009 veröffentlichte Ergebnis bezeichnet Prof. Gerd Schulte-Körne als „Durchbruch in der Legasthenie-Forschung.“ Denn erstmals haben die Wissenschaftler einen so genannten Marker in einem menschlichen Gen identifiziert, das die gestörten Hirnfunktionen bei der Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) mit verursacht. mehr

  • Ernährungsmedizin

    koletzko

    Die Daten sind eindeutig: 15 Prozent aller Kinder und Jugendlichen im Alter von drei bis 17 Jahren sind übergewichtig, mehr als sechs Prozent gar extrem übergewichtig (adipös) – doppelt so viele wie vor 20 Jahren. Genetische Faktoren spielen eine Rolle für das individuelle Übergewichtsrisiko, ebenso ein veränderter Lebensstil mit zu wenig Bewegung und ungünstigen Ernährungsgewohnheiten. Auch die Embryonalentwicklung ist mit entscheidend: So verdoppelt sich die Häufigkeit der kindlichen Adipositas, wenn die Mutter während der Schwangerschaft raucht. Leidet die Mutter in der Schwangerschaft an Diabetes, ist das Risiko ebenfalls erhöht. mehr