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Prof. Dr. Andreas Humpe wird neuer Leiter der Transfusionsmedizin

28. März 2018

Zum 1. April 2018 übernimmt Prof. Dr. Andreas Humpe die Abteilung für Transfusionsmedizin, Zelltherapeutika und Hämostaseologie (ATMZH) mit Blutdepot am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität. Sie wurde bisher kommissarisch geleitet von Prof. Dr. Bernhard Zwißler, Direktor der Klinik für Anaesthesiologie – dieser Klinik ist die Abteilung zugeordnet und befindet sich im Sigrid Siegmund-Haus am Campus Großhadern. Der neue Chefarzt kommt vom Klinikum der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Dort war er seit Oktober 2016 in gleicher Funktion tätig. Mit ihm konnte ein ausgewiesener Experte für die Stammzell-Therapie gewonnen werden.

humpe-andreas Prof. Dr. Andreas Humpe - neuer Leiter der Transfusionsmedizin (Foto: LMU)

Den Facharzt für Transfusionsmedizin zeichnet eine umfassende Expertise in der klinischen und diagnostischen Transfusionsmedizin, in der Zell- und Immuntherapie und der Transplantationsimmunologie aus. Zu seinem breiten Spektrum zählen auch seine Kompetenzen im Qualitätsmanagement und im Aufbau von Stammzell-Laboren. Er entwickelte und etablierte hauptverantwortlich während seiner fast 17-jährigen Tätigkeit (1999 bis 2016) am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Kiel campusübergreifend als Oberarzt der Sektion für Stammzell- und Immuntherapie ein leistungsstarkes Zentrum für die Gewinnung und Verarbeitung von Zelltherapeutika für ganz Schleswig-Holstein. Berufspolitisch engagiert er sich seit Jahren als Leiter der Sektion für Stammzelltransplantation und Zelltherapie der Deutschen Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie e.V. (DGTI) und seit 2016 als beisitzender Vorstand sowohl der DGTI als auch des Berufsverbandes Deutscher Transfusionsmediziner e.V. (BDT). Ferner ist er seit 2016 als Beisitzer ebenfalls Mitglied im Vorstand der Arbeitsgemeinschaft der Ärzte staatlicher und kommunaler Bluttransfusionsdienste e.V.

Das Leistungsspektrum der Abteilung

Die ATMZH ist am Campus Großhadern und am Campus Innenstadt vertreten. Ihre Versorgungs- und Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Arzneimittelherstellung von Hämo- und Zelltherapeutika für schwere Erkrankungen des blutbildenden Systems, der optimalen und ökonomischen Anwendung von Blutprodukten, der Arzneimittelsicherheit, der Immunhämatologie, der Kryokonservierung von Blutzellen, der Thrombozytenfunktion, Blutgerinnungsstörungen (z.B. Thrombophilie, Hämorrhagische Diathese) und der Transplantationsmedizin.

Patientenversorgung im Masterplan für München

Im Bereich der Patientenversorgung möchte der neue Chefarzt insbesondere den Schwerpunkt auf klinische Transfusionsmedizin legen. Er betont: "Dabei muss es das Ziel sein, das optimale Blutprodukt zum richtigen Zeitpunkt für den Patienten bereitzustellen, der es benötigt. Dabei gilt es, das am Klinikum der LMU schon etablierte Konzept des Patient-Blood-Management zusammen mit den verschiedenen klinischen Abteilungen weiterzuentwickeln und zu optimieren." Bei diesem Konzept geht es um die Steigerung der Patientensicherheit durch Stärkung der körpereigenen Blutreserven. Es beruht auf der frühen Diagnose und Therapie einer eventuell vorhandenen Blutarmut vor verschiebbaren Operationen mit hohem Infusionsrisiko, der Minimierung des Blutverlustes und einer vermehrten Nutzung von fremdblutsparenden Maßnahmen sowie dem rationalen Einsatz von Blutkonserven.

Blutdepots und Spendenbereitschaft

Als erklärtes Ziel für den Spendenbereich strebt der Arzt an, den Grad der Selbstversorgung hinsichtlich der Thrombozytenherstellung und Bereitstellung für das Klinikum der LMU deutlich zu erhöhen. "Mittel- bis langfristig wäre hier eine Selbstversorgung wünschenswert. Daneben müssen inzwischen verfügbare Verbesserungen unter dem Aspekt der Sicherheit dieser Blutprodukte eingeführt und behördlich zugelassen werden." Im Bereich des Blutdepots sieht der neue Direktor die Digitalisierung der Abläufe als große Herausforderung. Sein Plan: bestehende IT-Lösungen weiter zu verbessern und mögliche Neuerungen einzuführen.

Fokus in der Wissenschaft

"Der Fokus meiner wissenschaftlichen Arbeit liegt vor allem auf der Gewinnung von Zellen mittels Apherese, also der Gewinnung aus dem Blut", betont Prof. Humpe. "Dabei steht die Optimierung von Gewinnungs- und Verarbeitungsverfahren im Mittelpunkt, um beispielsweise Tumorzellen aus Stammzellprodukten zu entfernen und Krankheiten besser therapieren zu können. Dazu gehört auch die Optimierung der Interaktion zwischen Antikörpern bzw. davon abgeleiteten Molekülen und Effektorzellen." Die Abteilung verfügt über ein HLA-Labor mit komplettem Methodenspektrum. Der Arzt: "Es gilt, unseren umfangreichem Versorgungsauftrag auch in diesem Bereich weiter voranzutreiben und aktuell offene Fragen zu beantworten."

Der Werdegang

Nach dem Medizinstudium und der Promotion an der Universität in seiner Heimatstadt Münster begann Humpe (Jahrgang 1965) seine ärztliche Tätigkeit im Zentrum Innere Medizin, Abteilung Hämatologie und Onkologie, am Universitätsklinikum Göttingen. 1999 schloss er dort die Ausbildung zum Facharzt für Transfusionsmedizin ab und erlangte darüber hinaus die Zusatzbezeichnung Qualitätsmanagement. Ende 1999 wechselte er an das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, an die II. Medizinische Klinik und Poliklinik. Nach der Habilitation arbeitete er dort als Oberarzt. 2014 wurde ihm der Titel außerplanmäßiger Professor verliehen. Bis zu seinem Wechsel nach Magdeburg war er Chefarzt des Instituts für Transfusionsmedizin des Universitätsklinikum Leipzig.

Quelle: LMU (Text und Bildnachweis)