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Deutsch-Französische-Medizindebatte : Immuntherapie als eine neue Form der Krebsbehandlung

30. Mai 2017

Neben Chirurgie, Bestrahlung und Chemotherapie könnte bei Krebserkrankungen eine weitere Therapieform treten. In der Zukunft soll das körpereigene Immunsystem durch molekulargenetische Methoden gestärkt und auf die Fährte gesetzt werden Tumoren den Kampf anzusagen. Diese Form der Krebsbehandlung nennt sich Immuntherapie und könnte die Methoden im Kampf gegen den Krebs ergänzen. Mit der Katholischen Akademie Bayern in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsforum der Süddeutschen Zeitung und dem Institut Français fand am 30. Mai 2017 in München die fünfte Veranstaltung der Deutsch-Französischen-Medizindebatte statt, die sich dem Thema Immunonkologie widmete. Zu den teilnehmenden Medizinexperten gehörten Prof. Stefan Endres und Prof. Marion Subklewe vom Universitätsklinikum München. In ihren Vorträgen erklärten sie wie die Medizin das Immunsystem nutzen kann, um die Wucherungen der Tumorzellen anzugreifen.

krebszellen Krebszellen

„Unser Immunsystem ist dafür gemacht, Viren zu erkennen und zu bekämpfen. Aber für Tumorzellen ist es nicht ausgelegt“, berichtete Prof. Stefan Endres, Direktor der Abteilung für Klinische Pharmakologie und Forschungsdekan der Medizinischen Fakultät. Deshalb bedarf es einer Programmierung der T-Lymphozythen, auch T-Zellen genannt. Die programmierten T-Zellen des eigenen Immunsystems des Patienten können auf diese Weise die Tumorzellen leichter erkennen und bekämpfen. Prof. Marion Subklewe setzt die Immuntherapie bereits bei Leukämie ein. Diese Methode hat sich bewährt und steigert das Überleben vieler Patienten. Die zielgerichtete Therapie hat jedoch auch ihre Nebenwirkungen. „Krebs sieht gesundem Gewebe sehr ähnlich, das ist eine Herausforderung für die T-Zelle“, fügte Prof. Marion Subklewe hinzu. Bei einer Überreaktion des Immunsystems kann auch gesundes Gewebe angegriffen werden. Diese Nebenwirkung zu reduzieren, gehört zu einer weiteren wichtigen Aufgabe in der Forschung. Mit dem Einsatz des Antikörpers Blinatumab konnte man in einer Studie bei Leukämieerkrankten erste Erfolge verzeichnen. Trotz der Nebenwirkungen ist der Einsatz der Immuntherapie auf dem Gebiet der Krebsbehandlung ein großer Fortschritt in der Onkologie, der vielen Krebserkrankten Hoffnung auf Heilung gibt.

Ausführliche Informationen zur 5. Deutsch-Französischen-Medizindebatte können im SZ-Artikel "Zelle um Zelle" von Kim Björn Becker nachgelesen werden. (14./15. Juni 2017, Nr. 135)