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Prof. Michael von Bergwelt ist neuer Lehrstuhlinhaber für Innere Medizin

04. Dezember 2017

bergwelt Prof. Dr. Dr. Michael von Bergwelt

Zum 1. Dezember 2017 hat Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Michael von Bergwelt den Lehrstuhl für Innere Medizin mit den Schwerpunkten Hämatologie und Onkologie an der LMU sowie die Leitung der Medizinischen Klinik und Poliklinik III am Klinikum der Universität München übernommen. Sein Vorgänger Prof. Dr. med. Wolfgang Hiddemann geht in Ruhestand. Der neue Ordinarius kommt vom Universitätsklinikum Köln, wo er zuletzt als Leitender Oberarzt der Klinik I für Innere Medizin und Leiter des interdisziplinären Tumorimmunologie-Programmes "Cologne Interventional Immunology" tätig war. Mit ihm konnte ein ausgewiesener Experte für Immunonkologie und Zelltherapie gewonnen werden.

Besondere Leidenschaft: B-Zellen

Deutliche Erfolge bei einer Reihe von Tumorerkrankungen erzielten in den letzten Jahren Behandlungsformen, die die Aktivierung des eigenen Immunsystems nutzen, um Krebszellen zu bekämpfen (sogenannte Immunonkologie). Damit beschäftigt sich auch die Arbeitsgruppe von Prof. von Bergwelt, wobei sogenannte B-Zellen im Zentrum ihres Interesses stehen. Die Wissenschaftler konnten zeigen, dass B-Zellen zentrale Steuerungselemente des Immunsystems sind: Sie können die Krebserkrankung zum Wachstum anregen, aber auch kontrollieren. Inwieweit sich diese Zellen therapeutisch manipulieren lassen, ist jetzt die zentrale Frage von klinischen Studien unter Leitung von Prof. von Bergwelt. Als Clinician-Scientist, also parallel in Klinik und Wissenschaft tätiger Arzt, liegt sein Fokus auf der Übertragung der im Labor gewonnenen Erkenntnisse in innovative Therapiekonzepte.

Ausbau der Stammzelltransplantation und Immunonkologie am Campus Großhadern und Präsenz am Campus Innenstadt

Die Medizinische Klinik und Poliklinik III gehört mit über 120 Betten zu den größten und renommiertesten Einrichtungen ihrer Art in Deutschland. Hier wird das gesamte Spektrum der Blut- und Krebserkrankungen abgebildet. Insbesondere die Programme für Leukämien, Lymphome, Bauchspeicheldrüsen- und Darmtumore sowie Sarkome sind international sichtbar und meinungsbildend. Nicht zuletzt belegt die erfolgreiche ISO Zertifizierung den hohen Qualitätsanspruch der Klinik.

"Es liegt mit am Herzen, in enger Zusammenarbeit mit den anderen Fachdisziplinen das erhebliche Potential am Standort München auch zukünftig voll zu nutzen und die Synergien zu stärken. Wenn es uns gelingt diese Herausforderung als Gemeinschaftsaufgabe anzugehen, können wir in München wirklich etwas Besonderes bewegen. Die ersten Signale sind sehr ermutigend. Ein gelungenes Beispiel existiert im Comprehensive Cancer Center München. Hier freue ich mich insbesondere auf die gut etablierte, partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen am Klinikum rechts der Isar der TUM. Darüber hinaus muss es aber auch das Ziel sein, verstärkt die Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten, den anderen Krankenhäusern, den exzellenten Grundlagenforschen, sowie der Industrie am Biotech-Standort München konzertiert auszubauen. Wir freuen uns sehr über jeden, der hier mit anpacken möchte."

Die Medizinische Klinik III wird neben Großhadern mit dem Schwerpunkt stationäre Hochleistungsonkologie zukünftig auch mit dem Schwerpunkt ambulante Medizin am Campus Innenstadt vertreten sein. Der neue Klinikchef: "So können wir noch mehr Patientinnen und Patienten eine heimatnahe, ambulante Versorgung auf höchstem Niveau anbieten und damit ihre Lebensqualität weiter verbessern."

Innovative Therapien gezielt und sicher einsetzen

Neue Immuntherapien wirken manchmal so stark, dass sie über das Ziel hinausschießen können. Dazu gehört beispielsweise der sogenannte Zytokinsturm, der eine akute und potentiell gefährliche Komplikation darstellt. Um Krebspatienten sicher hindurch zu navigieren, hat sich der Mediziner in den letzten 15 Jahren auch eingehend mit der onkologischen Intensiv- und Notfallmedizin beschäftigt; er wirkt in internationalen Gremien an der Entwicklung der Therapiestandards für kritisch kranke Krebspatienten mit. Mit dieser Doppelqualifikation will der neue Klinikchef ein Immunonkologie-Programm aufbauen, das eine möglichst sichere Therapiedurchführung auch bei älteren und vorerkrankten Patienten als einen Schwerpunkt versteht.

Der Werdegang

Der gebürtige Oldenburger (Jahrgang 1968) studierte Humanmedizin und Humanbiologie in Freiburg und Paris. An der Universität Freiburg zum Dr. med. promoviert, begann er 1997 seine klinische Weiterbildung im Fach in Köln. Von 1999-2002 folgte ein Forschungsaufenthalt an der Harvard Medical School/USA. Neben einer naturwissenschaftlichen Ausbildung in der Immunologie (Dr. rer. nat.), durchlief er die klinischen Weiterbildungen in Onkologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Infektiologie. 2003 wurde er in das Max-Eder-Programm der Deutschen Krebshilfe aufgenommen. 2007 habilitierte er sich für das Fach Innere Medizin und wurde zum Oberarzt der Kölner Klinik ernannt.

Der Patient im Mittelpunkt: Psycho-Onkologie

Ein weiteres Qualitätsmerkmal der Medizinischen Klinik und Poliklinik III ist das Interdisziplinäre Zentrum für Psycho-Onkologie (IZPO); es ist nach den Richtlinien der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) zertifiziert. Darin schließen sich multiprofessionelle Teams aus den onkologisch tätigen Kliniken zusammen. Das IZPO berät, begleitet und behandelt Krebskranke und deren Angehörige. Das vielfältige Angebot reicht von Gesprächs- und Entspannungstherapie für Betroffene und Angehörige sowie psychotherapeutische und erlebnispädagogische Spezialangebote für Kinder krebskranker Eltern bis zur Kunsttherapie, oftmals in Kooperation mit dem 1999 von Prof. Hiddemann gegründeten Verein lebensmut e. V.

Quelle: Universitätsklinikum (Text und Bildnachweis)