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Neue Max-Eder-Nachwuchsgruppe

04. Juli 2016

Der LMU-Tumorforscher Thomas Grünewald wird von der Deutschen Krebshilfe im Rahmen des renommierten Max-Eder-Programmes gefördert, um die genetischen und molekularen Grundlagen des Ewing-Sarkoms weiter zu erforschen.

Dr. Thomas Grünewald, Leiter des Labors für Pädiatrische Sarkombiologie am Pathologischen Institut der LMU, hat von der Deutschen Krebshilfe die Förderzusage für eine Max-Eder-Nachwuchsgruppe erhalten. Thomas Grünewald forscht über das Ewing-Sarkom, einen bösartigen Knochenkrebs, der vor allem bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen auftritt.

Thomas Grünewald wird im Rahmen der neuen Max-Eder-Nachwuchsgruppe die „Entschlüsselung des onkogenen Zusammenspiels von Keimbahnvariation und somatischer Mutation in der Progression von Ewing-Sarkomen“ untersuchen. Ewing-Sarkome sind durch eine einzige genetische Treiber-Mutation charakterisiert, das Fusions-Onkogen EWSR1-FLI1, das alleine aber nicht auszureichen scheint, um die Tumore entstehen zu lassen. „Genomweite Studien weisen darauf hin, dass für die Entstehung von Tumoren bei Kindern Keimbahnvariationen offenbar einen viel stärkeren Einfluss haben als im Erwachsenenalter“, sagt Grünewald. Ziel seines Projekts ist es am Beispiel des Ewing-Sarkoms modellhaft zu erforschen wie sich angeborene genetische Variabilität im Zusammenspiel mit erworbenen somatischen Mutationen in unterschiedliche klinische Verläufe übersetzt und wie diese Erkenntnisse für eine personalisierte Therapie von Krebspatienten genutzt werden können.

Für seine Forschung wurde Thomas Grünewald bereits mehrfach ausgezeichnet. Für eine Veröffentlichung in Nature Genetics erhielt er sowohl den Kind-Philipp-Preis 2015 als auch den Gerhard-Domagk-Preis und den Internationalen Forschungspreis der Sarkomkonferenz. In der ausgezeichneten Arbeit gelang es Thomas Grünewald erstmals zu zeigen, wie eine spontane somatische Mutation in Tumorzellen mit einer angeborenen genetischen Variation interagiert und so die Entstehung des Ewing-Sarkoms fördert. Zudem erhielt der LMU-Forscher ein mit 40.000 Euro dotiertes Stipendium der „Daimler und Benz Stiftung“, um mögliche Angriffspunkte in Tumorzellen zu identifizieren und darauf aufbauend Therapieoptionen zu entwickeln.

Das Max-Eder-Programm der Deutschen Krebshilfe ist nach dem gleichnamigen Münchner Mediziner benannt, der Ordinarius und Professor für Allgemeine Pathologie und Pathologische Anatomie an der LMU war und die Stiftung seit ihrer Gründung unterstützte. Die Förderung in Höhe von bis zu 800.000 Euro wird in einer ersten Förderungsperiode für einen Zeitraum von vier Jahren gewährt.

Quelle: Pressemitteilung LMU (Text und Bildnachweis)