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Forschungsgruppe um Jörg Reifart und Markus Rentsch mit Georg Heberer Award ausgezeichnet

26. Juni 2015

Den diesjährigen Georg Heberer Award erhält ein Team um die LMU-Mediziner Jörg Reifart und Markus Rentsch für eine Studie zur Entstehung von Leberschäden nach Transplantationen.

Beim heutigen Stiftungsfest der Ludwig-Maximilians-Universität München wurde der mit 20.000 Euro dotierte Heberer Award 2015 verliehen. Ausgezeichnet wird in diesem Jahr die Studie „Modulating CD4+ T Cell Migration in the Postischemic Liver: Hepatic Stellate Cells as New Therapeutic Target”, die von LMU-Medizinern und Nachwuchswissenschaftlern im Fachjournal Transplantation veröffentlicht wurde. Erstautoren der Publikation sind Jörg Reifart und PD Dr. Markus Rentsch von der Klinik für Allgemeine-, Viszeral-, Transplantations-, Gefäß- und Thoraxchirurgie (Klinikum der Universität München).

Die Mediziner haben in ihrer Studie Mechanismen untersucht, die insbesondere nach Transplantationen zur Entstehung von Leberschäden führen. In der klinischen Praxis spielt die potenziell lebensbedrohliche Schädigung des transplantierten Organs durch den vollständigen Durchblutungsausfall – die sogenannte Ischämie – und vor allem das anschließende Wiedereinsetzen der Durchblutung eine große Rolle. Gerade bei der Leber kann dies auch langfristige Folgen haben, etwa indem eine Leberfibrose entsteht. Aus früheren Untersuchungen ist bekannt, dass die Schäden unter anderem durch bestimmte Immunzellen – sogenannte CD4-positive Zellen – verursacht werden, die nach dem Wiedereinsetzen der Durchblutung in die Leber einwandern. Mit ihrer Arbeit konnten die Wissenschaftler nun aufklären, welcher Mechanismus diese Einwanderung steuert: Der entscheidende Schritt ist dabei die Interaktion der CD4-positiven Zellen mit lebereigenen Immunzellen, sogenannten hepatischen Sternzellen. Werden die hepatischen Sternzellen deaktiviert, vermindert sich die Interaktion und es entstehen signifikant weniger Leberschäden, wie die Mediziner zeigen konnten. Diese Erkenntnisse eröffnen neue Möglichkeiten für die Entwicklung therapeutischer Strategien, um die Behandlungsergebnisse bei Lebertransplantationen zu verbessern.

Jörg Reifart studierte Humanmedizin an der LMU und forschte am Walter-Brendel-Zentrum für Experimentelle Medizin der LMU im Rahmen eines DFG-Projektes zur Interaktion von Immunzellen in Lebertransplantaten. Nach Abschluss seines Medizinstudiums begann Reifart 2015 eine Facharztausbildung in der Inneren Medizin und Kardiologie an den Kliniken des Main-Taunus-Kreises Bad Soden. Zusätzlich setzt er an der Klinik für Allgemeine, Viszeral-, Transplantations-, Gefäß- und Thoraxchirurgie der LMU die Forschungsarbeiten für seine experimentelle Doktorarbeit fort.

Markus Rentsch studierte Medizin an der LMU, wo er auch promovierte. Anschließend war er als Assistenzarzt am Universitätsklinikum Regensburg tätig. 2007 wechselte er als Funktionsoberarzt an das Klinikum der Universität München, wo er 2010 die Leitung der Leberchirurgie übernahm. Seit 2014 ist Rentsch erster Oberarzt der Klinik für Allgemeine-, Viszeral-, Transplantations-, Gefäß- und Thoraxchirurgie. Seine Fachgebiete sind die Viszeralchirurgie, die Transplantationschirurgie und die Chirurgische Intensivmedizin.

Über den Heberer Award
Der nach dem Chirurgen Prof. Dr. Dr. h. c. Georg Heberer (1920-1999) benannte Award wurde zum ersten Mal im Jahr 2000 an der LMU verliehen. Heberer war bis 1989 Ordinarius für Chirurgie und Direktor der Chirurgischen Universitätsklinik am Klinikum Großhadern und genoss als Chirurg große internationale Anerkennung. Mit der jährlichen Preisverleihung soll die Auseinandersetzung mit aktuellen Themen auf dem Gebiet der Chirurgie gefördert werden. Gestiftet wird der Preis von der seit über 50 Jahren bestehenden US-amerikanischen Chiles Foundation, die die medizinische Forschung vor allem auf dem Gebiet der Krebsforschung unterstützt. Begabte deutsche Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler sollen mit der Verleihung des Georg Heberer Awards unterstützt und ermuntert werden, ihre wissenschaftlichen Projekte im Rahmen internationaler Kooperationen an ihren Heimathochschulen weiterzuführen.

Quelle: LMU (Text) und Universitätsklinikum (Bildnachweis)