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Heinz Maier-Leibnitz-Preis für Dorothee Dormann

21. Februar 2014

Adolf-Butenandt-Institut Demenz Frauen Nachwuchs Preise und Auszeichnungen 2014

Für ihre Arbeiten zur Erforschung neurodegenerativer Erkrankungen bekommt die LMU-Biochemikerin Dorothee Dormann den „Heinz Maier-Leibnitz-Preis“. Er gilt als wichtigste Auszeichnung für den wissenschaftlichen Nachwuchs in Deutschland.

Dr. Dorothee Dormann

Die Biochemikerin Dorothee Dormann untersucht die molekularen Mechanismen, die zur Entstehung der Frontotemporalen Demenz (FTD) führen. FTD ist nach Alzheimer die zweithäufigste Demenz bei unter 65-Jährigen, sie ist geprägt von massiven Veränderungen der Persönlichkeit und des sozialen Verhaltens. Doch was führt zum Abbau der Nervenzellen vor allem im frontalen Hirn? Wie bei Alzheimer und anderen neurodegenerativen Erkrankungen spielen auch bei der FTD Ablagerungen von verklumpten Proteinen in den Nervenzellen eine entscheidende Rolle.

Eigentlich arbeiten die charakteristischen Proteine, die mit TDP-43 und FUS abgekürzt werden, im Zellkern, wo sie an das Erbgut binden und dabei helfen, das Ablesen des Erbgutes zu steuern. Bei FTD-Patienten aber verklumpen diese Proteine außerhalb des Kerns, im Zytosol. Warum gelangen sie offenbar erst gar nicht in den Zellkern? Sind die molekularen Maschinen defekt, die sie dorthin einschleusen? Oder sind sie mit molekularen Etiketten gleichsam falsch adressiert, wie Dormann in einem Fall bereits zeigen konnte? Die Biochemikerin untersucht mit ihrer Gruppe am Lehrstuhl für Stoffwechselbiochemie, den Professor Christian Haass leitet, was bei dem Transport von Proteinen wie TDP-43 und FUS schiefläuft.

Ablagerungen auch bei ALS
Dormanns Erkenntnisse tragen nicht nur dazu bei, FTD besser zu verstehen, sondern auch andere neurodegenerative Erkrankungen, allen voran die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS), von der die Forscher glauben, dass sie eng mit FTD verwandt ist – auch wenn sich die beiden Krankheiten vom klinischen Erscheinungsbild deutlich unterscheiden: ALS-Patienten leiden an einem rapide fortschreitenden Muskelverlust, sie können bald nach Ausbruch der Krankheit nicht mehr sprechen und nicht mehr schlucken, meist führt die Krankheit innerhalb weniger Jahre zum Tod. Ursache ist das Absterben der Nervenzellfortsätze, die die Muskeln versorgen. Und auch bei ALS spielen Ablagerungen von TDP-43 und FUS eine entscheidende Rolle.

Dorothee Dormann arbeitet am Adolf-Butenandt-Institut der LMU, demnächst wird sie am Institut für Zellbiologie der Medizinischen Fakultät eine von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanzierte Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe leiten. Dormann, Jahrgang 1976, studierte Biochemie an der Universität Tübingen und promovierte an der Rockefeller University, New York, bevor sie 2007 als Postdoktorandin an die LMU kam.

Mit dem renommierten Heinz Maier-Leibnitz-Preis zeichnen die DFG und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in diesem Jahr zehn „hervorragende junge Forscherinnen und Forscher“ aus, wie es in einer Erklärung der DFG heißt. Der Preis ist mit je 20.000 Euro dotiert.

Quelle: LMU, Kommunikation und Presse

Zuletzt bearbeitet am 6. Mai 2014